Mut im Revier!

1. Freie Uni Oberhausen (FUni)

Die FUni übernimmt spielerisch die formalen Strukturen staatlicher Bildungseinrichtungen und überträgt sie auf einen soziokulturellen Bottum-Up-Ansatz. Am Konzept und der mitverantwortlichen Umsetzung der FUni sind seit 2019 mehr als 30 Oberhausener*innen mit ganz unterschiedlichen Interessen und Schwerpunkten aktiv beteiligt, die mit Energie und Ideenreichtum sehr unterschiedliche Seminarreihen, Workshops und Einzelveranstaltungen für die Bewohner*innen des Quartiers auf die Beine stellen. Bei der FUni sind alle willkommen, ob mit Hochschul- oder ohne Grundschul-Abschluss: Alle können und sollen mitmachen, als Lernende, Lehrende oder Künstler*innen. Jede*r ist wichtig, jede*r weiß etwas, das andere noch nicht wissen.
Beim Gründungsworkshop für das erste Semester (2019) wurden sehr diverse Seminar-Ideen gesammelt und gemeinsam entwickelt. Sie wurden ob ihrer Fülle und Verschiedenheit in 5 Gruppen geclustert.
So entstanden in unserer Freien Uni 5 Fakultäten: Heimat Vielfalt – Wer ist die Stadt? Einfach mal machen – Wem gehört die Stadt? Sport & Bier – Wer bewegt die Stadt? Kunst im Quartier – Wie klingt die Stadt? Gott und die Welt – Wie denkt die Stadt?
Das Motto der gesamten Freien Uni wurde von einer Leuchtschrift übernommen, die kitev kurz zuvor auf einem Hochhaus gegenüber des Hbf installiert hatte: VIELFALT ist unsere Heimat.
In der Durchführung der Semester kooperiert die FUni mit sehr vielen Organisationen und Initiativen im Quartier: den anderen drei Soziokulturellen Zentren, dem Quartiersmanagement, dem Stadttheater, dem Stadtarchiv, der VHS, dem Fraunhofer-Institut, Sozialen Einrichtungen für Kinder, Jugendliche, Senioren, Geflüchteten etc., freien sozialen, kulturellen, nachbarschaftlichen, politischen Initiativen …
Im ersten Semester (2019) wurde die Idee einer Freien Uni von allen für alle mit großer Freude realisiert und erreichte auf Anhieb viele Menschen im Quartier. Im zweiten Semester (2020) wurden, wie erhofft, einige Teilnehmer*innen selbst zu Anbieter*innen von Seminaren, die Diversität wurde gesteigert, die Ansprache(n) noch verbessert, und es wurde ein sechsmonatiges Programm mit bereits allen Terminen als Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis verschriftlicht: zwei Mal, nachdem der Semesterstart durch den ersten Lockdown verschoben werden musste. Der zweite Lockdown beendete das Semester nach nur zwei (wg. Hygienevorschriften zudem schwierigen) Monaten.
Nach dieser Erfahrung haben wir uns für 2021 entschieden, ein reines Outdoor-Semester zu gestalten, das sich auf die Monate August und September konzertiert. Dabei bespielen wir mehrere öffentliche Plätze, Parks, den Museumsbahnsteig im Hbf Oberhausen und Außenflächen diverser kultureller Orte in unserem Quartier; immer gut und wiedererkennbar sichtbar mit großen orangenen Sonnen-Schirmen, orangenen Camping-Stühlen, selbst gebauten Pop-Up-Flipcharts und dem FUni-Banner – alles transportiert in unserem orangenen „Mut im Revier!“-Lasten-Fahrrad. Alle – über 20 mehrteilige, inhaltlich und formal wiederum sehr diverse – Seminarangebote, ein tagesaktueller Kalender und ein wöchentlicher Blog mit Rück- und Ausblicken sind veröffentlicht unter http://funi.kitev.de.

2. Stadterneuerung

Ein zweites Modul von „Mut im Revier!“ besteht aus Stadtraum-Projekten, die von kitev selbst initiiert und realisiert werden. So entstand u.a. ein großformatiges und nun nächtlich erleuchtetes Wandbild an einem Bunker gegenüber dem Stadttheater. Und die langen Monate der Corona-Lockdowns nutzten wir, um gemeinsam mit neu in Oberhausen lebenden jungen Geflüchteten ein leeres Ladenlokal im Erdgeschoss des VIELFALT-Hochhauses zu sanieren und in einen Ausstellungs- und Veranstaltungsraum zu verwandeln.

Galerie

Die Bilder sind Impressionen aus unseren Arbeiten 2019-2021.

Weiterführende Infos

https://www.mutimrevier.de

Ansprechpartner*innen

Annkathrin Schwedhelm

uni@kitev.de

Stefan Schroer

uni@kitev.de

Gianna Gardeweg

uni@kitev.de